
Die Panne bei der Raupenbekämpfung und ihre Folgen: Ein Risenaufgebot an Rettern auf dem Schulgelände. Foto: Bludau
Dorsten. Erleichterung bei den Eltern: Die 18 Kinder der Albert-Schweitzer-Schule sind gesund aus dem Krankenhaus zurück. Sie waren eingewiesen worden, nachdem ein Hubschrauber über dem Schulhof ein Mittel gegen Eichenprozessionsspinner versprüht hatte – während 220 Kinder dort gerade Pause machten (das Sonntagsblatt berichtete). Offenbar eine Kommunikationspanne.
Der Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei hatte für große Aufregung gesorgt. Die Kinder mussten noch in der Schule die Kleidung wechseln – jetzt wartet man auf eine Reinigungsanleitung, bevor die Eltern die Sachen abholen dürfen.
Sicher scheint, dass die allergischen Reaktionen nicht durch das Insektengibt Dipel ES ausgelöst wurden. Offenbar hatte der Hubschrauber Härchen aufgewirbelt, die dort noch aus früheren Jahren lagen. Das darin enthaltene Nesselgift kann über Jahre wirksam bleiben.
Der Flug war um einen Tag verschoben worden, die Nachricht kam am Morgen auf dem Anrufbeantworter der Schule an – doch das Sekretariat war nicht besetzt. Als der Hubschrauber kam, sah der Pilot die Kinder und drehte ab, während die Lehrerinnen die Kinder in die Schule lotsten. Beim zweiten Anflug will der Pilot keine Kinder gesehen haben. Einige standen unter den Eichen, die besprüht werden sollten.
Die Polizei ermittelt wegen „fahrlässiger gefährlicher Körperverletzung“. Hubschrauberflüge soll es in Dorsten nun nicht mehr geben.

