VW-Betriebsratschefin rechnet mit Audi-Boss Döllner ab
Bild: Gernot Döllner (57). Archivfoto
Von Dietmar U. Grone. Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung des umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump hat für scharfe Kritik gesorgt. Besonders deutlich äußerte sich die VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo, die Döllner in einem Interview scharf angriff. Der Vorwurf: Döllner trage zur politischen Polarisierung bei und gefährde das Ansehen des Unternehmens.
Döllner hatte am Wochenende bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida neben Trump auf der Bühne gestanden und in einer kurzen Rede die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland betont. Doch der Kontext seines Auftritts – ein Event, das von Trumps polarisierender Rhetorik und kontroversen Aussagen geprägt war – ließ den Auftritt weit mehr als ein diplomatisches Statement erscheinen.
Die Betriebsratschefin zeigte sich empört: „Ein Manager von Döllners Rang sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein. Audi steht für Innovation, Diversität und Nachhaltigkeit – Werte, die mit Trumps politischen Ansichten kaum vereinbar sind.“

Bild: Die streitbare Betriebsratschefin Daniela Cavallo
Interner Konzernstreit
Innerhalb des VW-Konzerns sollen die Wellen hochschlagen. Während einige Manager den Auftritt als unbedachtes PR-Desaster bewerten, verteidigen andere Döllner. Doch gerade in Deutschland, wo die Erinnerung an politische Verantwortung von Unternehmen tief verankert ist, stößt Döllners Verhalten auf Unverständnis.
„Es geht nicht darum, ob er Trump unterstützt oder nicht“, betonte ein nicht namentlich genannter Konzerninsider. „Der symbolische Akt, sich auf diese Bühne zu begeben, ist das Problem.“
Auslöser der Debatte war die überraschende Ankündigung Trumps auf einer Wahlkampfveranstaltung, im US-Bundesstatt Georgia soll ein neues Audi-Werk entstehen. Das passt in die Strategie des angeschlagenen Präsidenten, wirtschaftliche Erfolge für die USA vorzuweisen. Anschließend trat Audi-Chef Döllner die Bühne und dankte Trump für dessen Unterstützung.
Auswirkungen auf das Unternehmen
Die mediale Reaktion ist eindeutig: In den sozialen Netzwerken trendet der Hashtag #DöllnerGate, und auch internationale Medien greifen das Thema auf. Analysten befürchten, dass die Kontroverse den Ruf von Audi in wichtigen Märkten beschädigen könnte, insbesondere in Europa.
Ob Gernot Döllner seinen Auftritt als Fehler erkennt, bleibt abzuwarten. Der Druck wächst – sowohl von innen als auch von außen. Für den Audi-Chef könnte dies mehr als nur ein Imageschaden bedeuten.

