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Zwischen Leistungsdruck und Erschöpfung: Die junge Generation im Dauerstress

Gesellschaftlicher Druck zu groß für junge Erwachsene?

width=800(Bild KI-generiert)

Ist der gesellschaftliche Druck für die junge Generation mittlerweile zu hoch? Eine Auswertung anonymisierter Fragebogendaten von 588 Beschäftigten aus einer seit 2022 kontinuierlich wachsenden Datenbasis liefert einen auffälligen Befund: 63,5 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben an, häufig erschöpft zu sein. Bei den 50- bis 59-Jährigen lag dieser Anteil mit 35,7 Prozent deutlich niedriger. Doch welche Ursachen stehen hinter diesen Unterschieden zwischen den Altersgruppen?

Ein möglicher Erklärungsansatz ergibt sich aus der Auswertung der anonymisierten Fragebogendaten: „Das am zweithäufigsten genannte Belastungssignal ist die Sorge um die eigene Zukunft“, berichtet Steffen Wirth, Geschäftsführer der health 4 innovation GmbH. „Auch wenn sich diese Ergebnisse auf die Befragten aller Altersgruppen beziehen, stellt sich angesichts der hohen Erschöpfungsquote der Jüngeren die Frage, welche Rolle Zukunftsängste und gesellschaftliche Leistungserwartungen dabei spielen.“

Zwischen „Always-on“ und unrealistischen Vorbildern auf Social Media

Die junge Generation wächst in einer Welt auf, in der beruflicher Erfolg, persönliche Weiterentwicklung und ein erfülltes Privatleben scheinbar jederzeit miteinander vereinbar sein müssen. Dieser Eindruck wird vor allem durch Beiträge in den sozialen Medien vermittelt. Egal ob idealisierte Darstellungen von Karrierewegen, finanzieller Unabhängigkeit in jungen Jahren, Luxus und Glamour oder die scheinbar perfekte Liebesbeziehung: Der ständige Vergleich mit diesen vermeintlichen Maßstäben verstärkt bei jungen Menschen den Eindruck, nicht schnell genug voranzukommen oder den eigenen Erwartungen und denen des Umfelds nicht gerecht zu werden.

Genau hieraus kann sich bei vielen ein sogenanntes Always-on-Gefühl entwickeln. Gemeint ist der Eindruck, ständig erreichbar, informiert und leistungsbereit sein zu müssen – sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld. „Wer permanent mit den Erfolgen und Lebensentwürfen anderer konfrontiert wird, läuft Gefahr, auch die eigenen Ruhephasen als unproduktiv wahrzunehmen. Abschalten fällt dann zunehmend schwer, weil das Gefühl entsteht, etwas zu verpassen, nicht genug zu leisten oder den Anschluss zu verlieren“, erklärt Wirth. Wenn dieser Zustand längerfristig anhält, kann dies mit einem erhöhten Risiko für anhaltende Erschöpfung einhergehen.

Die eigenen Grenzen verschieben sich kontinuierlich

Leistungsorientierung und ambitionierte Ziele zu verfolgen, sind grundsätzlich nichts Schlechtes – im Gegenteil. Aus gesundheitlicher Sicht wird es jedoch problematisch, wenn der Alltag zunehmend nur noch aus Leistung, Weiterentwicklung und dem Streben nach Fortschritt besteht. Werden Regeneration, Pausen und bewusstes Nichtstun hingegen vermieden und als hinderlicher Stillstand auf dem Weg zu den eigenen Zielen betrachtet, gerät das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Erholung zunehmend aus der Balance.

Wirth, der bereits zweimal ein Burn-out erlebt hat: „Umso wichtiger ist es, Erschöpfung frühzeitig zu erkennen und ernst zu nehmen. Wer seine Ziele langfristig erreichen möchte, ohne dabei auszubrennen, sollte bewusst Ruhephasen einplanen, auf Anzeichen von Erschöpfung achten und frühzeitig gegensteuern. Entscheidend ist daher, gesellschaftliche Leistungserwartungen nicht zum persönlichen Maßstab zu machen und Erholung nicht als Schwäche, sondern als wesentliche Voraussetzung für langfristige Leistungsfähigkeit zu begreifen“.

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