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Trotz neuer Kita-Plätze – Angebot nicht ausreichend

Stadt Marl schafft in den vergangenen zehn Jahren fast 750 Kitaplätze

Marl. „Als echte Erfolgsgeschichte“ bezeichnet die Stadt Marl das Erdmännchen-Projekt des Jugendamtes und der Partnerin AWO. Gefördert mit kommunalen Mitteln, Mitteln des Landes und der Bildungsinitiative RuhrFutur findet für insgesamt 20 Kinder im Vorschulalter an der August-Döhr-und der Pestalozzischule Sprachförderung statt.

Großes Gewicht hat zudem die kulturelle und soziale Integration. „Mit einer Kombination aus Bewegung und Spiel wollen wir gemeinsam mit den Jungen und Mädchen Defizite aufarbeiten, um einen besseren Start mit dem Beginn der Grundschulzeit zu ermöglichen“, sagt Schul-und Sozialdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe. Denn trotz eines Anspruches auf einen Kita-Platz werden viele Kinder nicht für eine Kita angemeldet, bekommen keinen Kitaplatz oder migrieren erst im letzten Vorschuljahr nach Marl.

Auch beim Thema Ausbildung geht die Stadt mit ihren neun Einrichtungen voran und hat aufgerüstet, um dem Fachkräftemangel etwas entgegenzusetzen. Elf Auszubildende werden im PIA-Programm (Praxisorientierte Ausbildung) im Bereich Erzieher auf den Beruf vorbereitet. Das ist auch wichtig. Denn die Zahl der Kinder in Marl nimm seit Jahren zu. „Wir erhöhen zwar regelmäßig die Zahl unserer Plätze durch Neubauten. Dennoch reichen diese nicht aus, um den gesamten Bedarf zu decken“, erklärt Jugendamtsleiter Andreas Wesche.

145 neu geschaffene Plätze in 2022

Allein im Jahr 2022 konnten 145 neu geschaffene Plätze in Betrieb gehen, weitere 75 folgen voraussichtlich im ersten Quartal 2023, in den vergangenen zehn Jahren damit fast 750. Doch selbst dieser Kraftakt war nicht ausreichend. Aktuell haben gut 150 U-3-und gut 190 Ü-3-Kinder noch keinen Platz. Aktuell sind weitere drei Kitas im Bau, zwei geplant, aber noch nicht im Bau.

Zahl der Kinder ist um 1000 gestiegen

Entgegen vieler Prognosen ist seit 2013 die Kinderzahl im Altersbereich der Kinder vor Schuleintritt stetig angewachsen – insgesamt um mehr als 1000 Kinder. Ohne diese überraschende Entwicklung – bedingt auch durch die Wanderungsbewegungen – wäre der 2012/13 bestehende Fehlbedarf an Plätzen heute gedeckt. Doch zum einen war und ist beispielsweise nicht klar, ob ukrainische Kinder und Geflüchtete länger in Marl bleiben oder in ihre Heimat zurückkehren wollen. „Zudem werden Familien heute wieder größer, weil Eltern beispielsweise um die besser gewordene Betreuung in den Kitas und bei Tagesvätern sowie -müttern wissen und der Bedarf an früher Betreuung weiter wächst“, so Saskia Crosberger von der Jugendhilfeplanung.

Marler Kita-Navigator hilft Eltern

Knapp 3.100 Plätze gibt es in den 50 Kindertagestätten in Marl. Hinzu kommen etwas mehr als 155 Tagespflegeplätze. Die Anmeldungen für den kommenden Sommer laufen bereits. Am 16. Januar wird sich entscheiden, wer in welcher Kita einen Platz zugesprochen bekommt, nachdem Eltern ihre Wünsche und Anmeldungen über den Marler Kita-Navigator registriert haben. Denn in der Nacht davor wertet der Kita-Navigator vollautomatisch die Präferenzen der Eltern und der Kitas aus.

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