
Bild: Für Schwester Maria Aloysia Löwenfels ist ein Seligsprechungsverfahren eröffnet worden. Foto: Generalat der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“
Recklinghausen. Für Maria Aloysia Luise Löwenfels, die zeitweise als Kindermädchen in einer jüdischen Familie in Recklinghausen arbeitete ist das Seligsprechungsverfahren eröffnet worden. Der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, Weihbischof Manfred Grothe, hat dafür ein Tribunal aus Theologen und Historikern eingesetzt.
Das Gremium wird sich ein Bild machen über Leben, Martyrium und Wundertätigkeit der katholischen Ordensfrau mit jüdischen Wurzeln.
Sie hatte zeitweise in Recklinghausen als Kindermädchen einer jüdischen Familie gearbeitet. Parallel pflegte sie enge Kontakte zu den Schwestern der Göttlichen Vorsehung.
Für die Ordensgemeinschaft spricht einiges für die Seligsprechung ihrer Mitschwester. Vor allem seien ihr Glaubenszeugnis und ihr Martyrium von großer Bedeutung: „Sie hat als Märtyrerin Zeugnis für ihren Glauben abgelegt.“
Mit Hilfe theologischer und historischer Gutachter wird eine Stellungnahme verfasst, ob eine Seligsprechung empfohlen wird oder nicht. Dafür wird der Jesuit 40 bis 50 Zeugen hören. Dann geht die Stellungnahme, die Positio, zur Prüfung nach Rom zur Kongregation für Selig-und Heiligsprechungen. Die Seligsprechung selbst erfolgt dann bei positivem Urteil durch den Papst.
Luise Löwenfels wurde 1915 bei Bamberg geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin nahm sie Stellen als Kindermädchen in Recklinghausen und Frankfurt an. Zum Missfallen ihrer jüdischen Familie konvertierte sie 1935 zum katholischen Glauben. 1937 trat sie in den Orden „Arme Dienstmägde Jesu Christi“ in Mönchengladbach ein und nahm den Namen Maria Aloysia an. Am 2. August 1942 wurde sie verhaftet und ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort wurde sie kurz nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet.

