Neuer Schulname soll gemeinsam mit Lehrern und Schülern gefunden werden
Marl. Der Rat hat entschieden: Die Ernst-Immel-Realschule in Hüls erhält einen neuen Namen. Ohne Gegenstimme beschloss das Gremium am Donnerstag, die bisherige Namensgebung aufzuheben. Zuvor hatte der Ausschuss für Schule und Sport der Beschlussvorlage der Verwaltung ebenfalls ohne Gegenstimme zugestimmt. Den neuen Namen soll die Schulgemeinde gemeinsam mit der Verwaltung in einem transparenten Diskussionsprozess erarbeiten.
Hintergrund sind Berichte über Gewalt und Demütigungen an der Schule in den Jahren 1956 bis 1975. Der Rat hatte die Verwaltung am 30. April beauftragt, die Vorwürfe gegen den damaligen Schulleiter Dr. Ernst Immel zu prüfen.
Eine Arbeitsgruppe der Marler Geschichtswerkstatt wertete dafür Berichte und anonymisierte Schilderungen Betroffener aus. Das Ergebnis fällt differenziert aus: Der Vorwurf ungewöhnlich harter und grundloser Gewalt lässt sich laut Verwaltung mit zeitgenössischen Dokumenten oder Akten nicht belegen.
Zeitzeugen schildern Dr. Ernst Immel jedoch als autoritären Pädagogen, der Kinder geschlagen und vor der Klasse bloßgestellt habe. Zugleich wird sein fachlich guter Unterricht hervorgehoben. Die Verwaltung betont, die Umbenennung sei keine nachträgliche Verurteilung seiner Person. Sie trage vielmehr der Tatsache Rechnung, dass der Name durch die Debatte seine Selbstverständlichkeit verloren habe.

