Region. Für die deutsche Bevölkerung ist der Klimawandel nicht mehr das drängendste gesellschaftliche Problem: Erstmals wurde 2025 die wirtschaftliche Lage als wichtigstes Thema genannt. Gleichzeitig ist die Zustimmung zu zentralen Maßnahmen der Energiewende, wie dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze, so hoch wie nie zuvor.
Das ist das Ergebnis einer Auswertung des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen im Rahmen des von der E.On Foundation geförderten Sozialökologischen Panels. Es erhebt seit 2021 jährlich Einstellungen der Bevölkerung zu Klimaschutz und Energiewende und ermöglicht so die Analyse langfristiger Trends.
Während 2021 noch 59,3 Prozent der Befragten den Klimawandel als eines der zwei bedeutendsten Probleme sahen, waren es 2025 nur noch 31,8 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die wirtschaftliche Lage mit 37 Prozent an der Spitze, gefolgt vom Thema Umwelt und Klimawandel mit 31,8 Prozent. Konkrete Maßnahmen der Energiewende erreichten 2025 hohe Zustimmungswerte: Den Ausbau der erneuerbaren Energien und der überregionalen Stromnetze befürworteten 88,6 bzw. 88 Prozent. Den Kohleausstieg hielten 77,7 Prozent für richtig, den Ausstieg aus der Kernenergie hingegen nur 58,1 Prozent.
Zugleich sinkt die Bereitschaft, für den Klimaschutz Einbußen beim Wirtschaftswachstum in Kauf zu nehmen: Nur noch 51,8 Prozent der Befragten befürworteten dies 2025 nach 64,7 Prozent im Jahr 2022.

