Bekenntnis zum IS – Bürgermeister Tesche bestürzt
Recklinghausen. Der Angreifer, der am Jahrestag der „Charlie Hebdo“-Anschläge in Paris mit einem Beil auf Polizisten losgegangen war, wohnte in einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen und war Asylbewerber.
Die SIM-Karte in seinem Handy führte die Polizei auf die Spur in die Kreisstadt. Wie sich herausstellte, war der Mann bereits mehrfach auffällig geworden und der Polizei bekannt. Er soll in der Bundesrepublik unter vier verschiedenen Aliasnamen registriert worden sein.
Als der Täter zwei Pariser Polizisten mit einem Schlachtermesser angriff war er durch Schüsse gestoppt und dabei getötet worden.
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) hat dazu eine Ermittlungskommission eingesetzt, die aktuell alle zur weiteren Aufklärung des Sachverhaltes notwendigen Maßnahmen trifft. Über erste Ergebnisse der in Deutschland geführten Ermittlungen will der Direktor des Landeskriminalamtes NRW, Uwe Jacob, heute in Düsseldorf informieren.
AKTUALISIERT, So, 16:30 Uhr:
Wie das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen nun mitteilte, sei die Wohnung auf dem Gelände einer Asylbewerberunterkunft in Recklinghausen am Freitag durchsucht worden. Hinweise auf weitere, mögliche Anschläge hätten sich dabei jedoch nicht ergeben.
Wie die „Welt“ berichtet, soll es bereits im vergangenen Jahr Hinweise auf den islamistischen Hintergrund des Mannes gegeben haben. In der Flüchtlingsunterkunft habe er das IS-Zeichen an die Wand gemalt, wie die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise schreibt.
Bekenntnis zum Islamischen Staat
Der Mann hatte bei seinem Angriff eine Bombenattrappe bei sich. Er lief vor dem Kommissariat mit einem Schlachterbeil bewaffnet auf die Polizisten zu und rief dabei auf Arabisch „Allah ist groß!“, so die Pariser Staatsanwaltschaft. Sie eröffnete ein Untersuchungsverfahren wegen Terrorismus. Bei dem Mann wurde eine Abbildung der Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden.
Auch Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche hat sich heute am frühen Morgen zu den Vorgängen um den Pariser Attentäter geäußert:
„Mit Bestürzung und großer Betroffenheit habe ich zur Kenntnis genommen, dass der Mann, der am 7. Januar eine Polizeistation in Frankreich angegriffen hatte und dann erschossen wurde, zeitweise in einer Recklinghäuser Asylunterkunft gelebt hat. Sollten wir zu der Aufklärung des Sachverhalts durch das Landeskriminalamt (LKA) etwas beitragen können, werden wir das selbstverständlich unverzüglich tun.“
Tesche weiter: „Es ist und bleibt unsere humanitäre und rechtliche Pflicht, Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, weil sie Angst um ihr Leben haben, ein Dach über dem Kopf zu geben. Es ist aber auch – besonders gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern – unsere Pflicht, gemeinsam mit allen zuständigen Behörden sehr intensiv daran zu arbeiten, dass sich Menschen mit solchen Absichten in unseren Einrichtungen nicht verstecken können.“

