Rettungskräfte proben den Ernstfall im Tunnel Erle
Bild: Rettungskräfte vor dem westlichen Tunnelportal, aus dem dichter Rauch quillt. Fotos: Kurenbach
Gelsenkirchen. Dichter Rauch dringt aus dem Tunnelportal, verdeckt die Sicht auf die brennenden Unfallfahrzeuge und die Schwerverletzten, zwingt die Feuerwehr dazu, Masken aufzusetzen, bevor sie vorrücken kann. Katastrophe im Tunnel Erle an der A2 – zum Glück nur als Übung für die Einsatzkräfte und die Autobahn Westfalen.
„Der Tunnel Erle ist einer unserer modernsten Tunnel“, erklärt Jörg Babel von der Tunnelleitzentrale der Autobahn Westfalen in Kamen. Die Durchfahrt unter dem gleichnamigen Gelsenkirchener Stadtteil wurde 2022 runderneuert, mit neuester Technik ausgestattet. Dennoch bleiben Übungen vor Ort mit den Einsatzkräften unabdingbar, denn Technik kann unterstützen, aber die praktische Erfahrung nicht ersetzen. Alle vier Jahre rückt die Feuerwehr daher zur Großübung an.

Unterstützt werden die Retter von der eingebauten Anlage für Digitalfunk, die extra für Rettungskräfte ausgelegt ist. Auch sonst ist der Tunnel für den Ernstfall vorbereitet: Brandschutzplatten bewahren die Leitungen vor der Hitze. Neu installierte Kamerasysteme helfen, das Geschehen im Falle eines Unfalls schnell einzuordnen und diese Informationen an Polizei und Feuerwehr weiterzugeben. Und die neue LED-Beleuchtung lässt den Tunnel taghell erscheinen.
Das kommt den Rettern jetzt zugute. Große Gebläse drängen den Rauch im Tunnel zurück, das Feuer wird gelöscht, die ersten „Unfallopfer“ werden herausgebracht. Es sind Schauspieler, die sich ehrenamtlich dafür zur Verfügung stellen. Immer mehr Blaulicht fährt über die Strecke heran, welche die Autobahnmeistereien Recklinghausen und Dorsten in Teamleistung gesperrt haben. Die Feuerwehrleute ziehen vorsichtig die „Schwerverletzten“ aus den Wagen, koordinieren sich mit Polizei und Rettungsdienst und natürlich den Experten der Autobahn in der Tunnelleitzentrale.
So ziehen die Einsatzkräfte ein positives Fazit: Das Rettungskonzept hat funktioniert. Auch Jörg Babel von der Autobahn Westfalen ist zufrieden: „Unsere Technik hat wieder gezeigt, was sie leisten kann. Wir sind vorbereitet!“
Info: Richtiges Verhalten im Tunnel
Licht einschalten
Radio auf Empfang
Abstand halten
Geschwindigkeitsvorgaben beachten
Nur im Notfall anhalten
Bei einer Panne Nothaltebucht nutzen
Fakten zum Tunnel Erle
Länge: 320 Meter
Breite: 14,55 Meter pro Röhre
Höhe: 4,80 Meter
Fahrstreifen: 3 je Fahrtrichtung
Verbaute LED: 1316 Lichter
Verbaute Kabel: 58.500 Meter
Kameras: 34

