St. Elisabeth in Recklinghausen setzt mit Aktion Zeichen der Hoffnung
Bild: 6.000 Kraniche schweben in der St.-Elisabeth-Kirche. Dafür engagierten sich Frieda Nielen, Katharina Müller, Karl Nielen, Eva Bischoff und Cilli Leenders-van Eickels (von links). Foto: Michaela Kiepe
Recklinghausen. 6.000 Papierkraniche schweben in der St.-Elisabeth-Kirche in Recklinghausen. Hinter der außergewöhnlichen Aktion, für die der Künstler Ludger Hinse die Schirmherrschaft übernommen hat, steckt eine klare Botschaft.
„Viele Menschen fühlen sich angesichts von Kriegen und Krisen ohnmächtig. Wir können die großen Konflikte nicht lösen. Aber wir können Menschen zusammenbringen und zeigen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind“, sagt Cilli Leenders-van Eickels, die sich ehrenamtlich in St. Elisabeth engagiert.
Die Origami-Kraniche knüpfen an die Geschichte der Japanerin Sadako Sasaki an. Sie überlebte als Kleinkind den Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945, erkrankte jedoch Jahre später an Leukämie. Im Krankenhaus begann sie, Papierkraniche zu falten. Nach einer japanischen Legende wird demjenigen ein Wunsch erfüllt, der 1.000 Kraniche anfertigt. Sadakos Geschichte wurde weltweit bekannt und machte den Papierkranich zu einem Symbol für Frieden und gegen Krieg.
Von Gottesdienst bis Jazzkonzert
„Am Kinder-Friedensdenkmal in Hiroshima werden bis heute Papierkraniche niedergelegt. Auch wir möchten nach dem Ende der Aktion am 1. November unsere 6.000 Kraniche dorthin schicken“, erklärt die ehemalige Pastoralreferentin.
In den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Menschen an der Aktion beteiligt. In Schulen, Ferienlagern, bei Veranstaltungen in der Stadt oder zuhause entstanden Tausende bunte Friedenssymbole. Besonders fleißig waren Frieda und Karl Nielen aus dem Jugendchor Crescendo. Die Geschwister haben rund 1.400 Kraniche gefaltet. „Mit etwas Übung haben wir etwa vier Minuten pro Kranich gebraucht. Das war ungefähr die Länge eines Musikstücks“, erzählt die 18-jährige Frieda Nielen lachend.
Bis zum 1. November lädt St. Elisabeth zu einem vielfältigen Begleitprogramm ein. Geplant sind unter anderem thematische Gottesdienste, Friedensgebete, Bastelangebote für Kinder, ein Trommelworkshop, offene Cafénachmittage sowie musikalische Veranstaltungen mit Jugendchor und Jazzmusik.
„Wir möchten unseren Kirchenraum mit Leben füllen und auch Menschen erreichen, die sonst nicht zu uns kommen“, sagt Eva Bischoff, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins St. Elisabeth. Die umgestaltete St.-Elisabeth-Kirche sei der einzige größere Veranstaltungsraum im Recklinghäuser Nordviertel. „Die Aktion zeigt, wie vielfältig dieser Ort genutzt werden kann“, ergänzt sie.
Damit die Friedensbotschaft weitergetragen wird, falten Frieda und Karl Nielen auch in den kommenden Wochen weitere Kraniche. Jede Besucherin und jeder Besucher soll einen Papierkranich mit nach Hause nehmen können. So begleitet ein kleines Symbol die große Hoffnung auf Frieden über die Kirchenmauern hinaus.

