
Bild: Noch fließt der Bach in seinem schnurgeraden Bett, jetzt fiel der Spatenstich, um ihm einen natürlichen Lauf zurückzugeben mit Bürgermeister Werner Arndt, Prof. Dr. Uli Paetzel (Vorstandvorsitzender Lippeverband), Staatssekretär Viktor Haase (Ministerium für Umwelt), Landrat und Ratsvorsitzender des Lippeverbandes Bodo Klimpel und Dr. Emanuel Grün (Technischer Vorstand des Lippeverbandes. Foto: Oberhäuser
Marl. Ein offener Schmutzwasserlauf, im Ruhrgebiet auch Köttelbecke genannt, war der Weierbach nie – anders etwa als der Dattelner Mühlenbach oder der Dümmerbach. Im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen beginnt der Lippeverband in diesem Sommer mit der ökologischen Verbesserung des Weierbachs. Nun gab es den ersten Spatenstich dieser Renaturierungsmaßnahme.
„Wir als Land Nordrhein-Westfalen haben mit dem Lippeverband, der seit Jahrzehnten bereits mit der Gewässerunterhaltung beauftragt ist, den Anspruch, die Lippe als längsten Fluss des Landes wieder (er-)lebenswert zu machen. Dazu tragen die Renaturierung des Weierbachs und die Neugestaltung des Mündungsbereichs in die Lippe bei“, sagte Staatssekretär Viktor Haase, Vertreter des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW. Rund eine Million Euro werden in die Renaturierung investiert.
„Wir als Lippeverband freuen uns über die finanzielle Beteiligung von Land und Bezirksregierung. Andernfalls wären solche Renaturierungsprojekte nur schwer möglich“, erläuterte Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes und verspricht: „Der Weierbach wird wieder ein blauer Fluss mit grünen Ufern, in dem Fische schwimmen und wo seltene Libellen über das Wasser fliegen.“
Der Grund für den einstigen Ausbau lag in der erforderlichen Abführung immer größerer Regenwassermengen aus den Siedlungsgebieten. Doch der technische Ausbau hatte massive Folgen für Flora und Fauna im und am Wasser. Betonsohlschalen und kleine Abstürze verhindern aktuell eine naturnahe Entwicklung sowie eine Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen. Der Lippeverband modelliert nun die Gewässertrasse neu. Dies beinhaltet auch eine Laufverlängerung um 300 Meter. „So hat der Fluss wieder Raum sich natürlich durch die grüne Landschaft zu schlängen. Außerdem beinhaltet die Maßnahme einen komplett neuen Mündungsbereich in die Lippe“, beschrieb der technische Vorstand des Lippeverbandes, Dr. Emanuel Grün, die Ziele.

