
Bild: „Ankläger“ Karnevalsjeck Gerhard Kottlorz fordert die Verbrennung des Nubbel.
Marl. Rund 90 Vereinsmitglieder feierten nach alter Tradition am Lumpenball gemeinsam die letzten Stunden der laufenden Karnevalssession im Feierabendhaus und verbrannten dann um Mitternacht den „Nubbel“.
Immer am Veilchendienstag treffen sich die „Colonen“ um das Brauchtum zu pflegen. Das handgemachte Programm gestalteten die Colonia-Stars, eine coloniaeigene Tanz-und Theatergruppe .
„Bei uns wird der Nubbel aus Stroh geformt und bekommt dann jedes Jahr ein anderes Aussehen“, erläutert Peter Gantenberg die Tradition. Am Samstag Nachmittag vor Weiberfastnacht treffen sich die Colonen dazu auf Hans Leyings Hof und am frühen Abend ist dann der neue Nubbel geboren. Er wartet danach bis zum Lumpenball auf der Tenne und wird am Rosenmontag ins Feierabendhaus gebracht.

Dort war es um Mitternacht soweit. In feierlicher Prozession zog die gesamte Gesellschaft zur Verbrennung. Zunächst verteidigte die Menge den Nubbel, am Ende war sie von seiner Schuld überzeugt und forderte Rache.
Nach dem Volksglauben werden mit der Nubbel-Verbrennung auch alle in der Karnevalszeit begangenen Sünden und Verfehlungen getilgt.
Bild: Die Jecken vor der Zeremonie im Feierabendhaus.

