
Marl. Die VHS heißt nicht mehr „insel“, ihre Aufgaben werden beschnitten und sie schrumpft zu einem Bereich innerhalb des Amtes 48 „Amt für Kultur und Weiterbildung“. Die VHS-Chefin Dr. Renate Strauch ist empört, ebenso eine Reihe von Mitarbeitern. Eine außerordentliche VHS-Konferenz sollte den Protest kanalisieren. 90 Minuten später sind sich die drei Dutzend Konferenz-Teilnehmer weitgehend einig: Man muss noch mal miteinander reden.
Die Stimmung war gereizt. Dr. Strauch, die zum Jahresende in Rente geht, sieht ihr Lebenswerk auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit: Über die neue Organisationsstruktur sei nie mit ihr geredet worden, die VHS verliere den Amts-Status und die traditionelle Bezeichnung „insel“ tauche überhaupt nicht mehr auf. Der Bürgermeister, der das verfügt habe, stelle sich nicht der Runde (er war auf einem Seminar).
Kritik kam wegen der Einsparungen. Die stellvertretende Kulturausschuss-Vorsitzende Ingrid Heinen warb um Verständnis, dass die Neuordnung der Ämter zu Einsparungen führe, die unumgänglich seien.
Der Leiter des neuen Amtes, Klaus-Peter Lauche (auch Hauptamtsleiter und bislang „Kulturkoordinator“) hatte zunächst einen schweren Stand, als sich die Diskussion darum drehte, was denn alles um 1990 herum passiert war. Dann aber zeigte sich, dass manche Informationen fehlten, um die aktuellen Entscheidungen richtig einordnen zu können. Dass die Bezeichnung „insel“ in der Verfügung nicht benutzt wurde, sei ein Versehen gewesen.
Am Ende akzeptierte die Runde die Einladung des neuen Amtsleiters, über Auswirkungen und Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen. Nur die VHS-Leiterin lehnte das ab.
Die Umstrukturierung geht inzwischen weiter. Der neue Bereichsleiter Kultur-Verwaltung sei gefunden, so Lauche. Dr. Strauch kündigte Thomas Gerlach als Nachfolger von Dr. Fritz Rieß (als Fachbereichsleiter) an. Und Klaus Peter Lauch erklärte, man werde als nächstes die Nachfolge von Dr. Renate Strauch (als Leiter des Bereichs Weiterbildung) öffentlich ausschreiben.

