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Neujahrsempfang: „Nicht Schicksal spielen“

NRZ-Chefredakteur Rüdiger Oppers spricht über die Rolle der Medien

Marl. Welche Rolle spielen die Medien – und welche sollten sie spielen? Mit dieser Frage befasste sich NRZ-Chefredakteur Rüdiger Oppers am Sonntagmorgen vor mehreren hundert Zuhörern auf dem traditionellen CDU-Neujahrsempfang im Rathaus. Die mahnenden Worte des Chefredakteurs fanden viel Beifall. Zunächst umriss die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Anke Ronge die Aufgaben angesichts sinkender Einwohnerzahlen. Sie betonte: „Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Wir haben einen verlässlichen inneren Kompass.“
Von der Verpflichtung der Medien sprach Rüdiger Oppers, von Verantwortung und Augenmaß und von den täglichen Herausforderungen der Medien. Dazu gehöre unter anderem, den Bürgern eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben. Aber auch das Aufdecken von Fehlverhalten – nicht jedoch „Schicksal spielen“, wie es die Medien beim Sturz des Bundespräsidenten gemacht hätten. Eine Einschätzung, die die Zuhörer mit Beifall unterstützten.

„Gott wird totgeschwiegen“

Eine wichtige Grundlage der Gesellschaft sei das Christentum, erläuterte der Träger des Päpstlichen Gregoriusordens. „Gott ist nicht tot. Gott wird totgeschwiegen“, wandelte er ein Nietzsche-Zitat ab. Er wünsche sich mehr Aufmerksamkeit für Glaubensthemen in den Medien, weil die Kirche Orientierung in der wirtschaftlich geprägten Welt bieten könne.
Eine ganz andere Sicht auf die Welt trug das Musical-Ensemble des Gymnasiums ASGSG vor mit Ausschnitten aus ihrem neuen Projekt „Hair“. Da ging es um freie Liebe, Träume und Drogen. Auch das begeisterte die Gäste. Und der Schlusssong „Let the sunshine in“ passte so wunderbar zum (ebenfalls traditionellen) Sonnenwetter des Tages.
Zum Abschluss gab es wieder die Auszeichnung für Bürger, die sich besonders um das Gemeinwohl bemüht hatten. In diesem Jahr zeichnete die CDU die Organisatoren kirchlicher Ferienlager aus.

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