Haltern. Es geht nicht konkret um den Halterner Stausee, es geht mehr ums Prinzip. Und es geht um die Sorge, dass dieses Prinzip eines Tages doch unter dem See angewendet werden könne: Wahrscheinlich lohnt es sich, Gas aus dem Untergrund zu holen. Möglicherweise gefährdet das aber die Wasserqualität des Halterner Stausees.
Die Bezirksregierung hat sich (und Bürger) deshalb mit einer Befragung mehr Informationen an die Hand gegeben. Vertreter von ExxonMobile und Behörden sowie Geologen kamen in Münster zu Wort.
Die Technik ist mittlerweile 80 Jahre alt: Mit hohem Wasserdruck werden künstliche Risse ins Erdreich gebracht. Dort, wo das Gas in porösem Gestein eingelagert ist. Das Verfahren heißt „hydraulic fracturing“ (verdeutscht zu „Fracking“). Um die Risse offen zu halten, werden dem Wasser Chemikalien beigemischt.
Die bis zu 200 verschiedenen Bestandteile seien ein „Giftcocktail“ beklagt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Eigentlich sei das „Sondermüll“.
Inzwischen haben sind an vielen Orten Nordwestdeutschlands Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften gebildet, die zu dem Energiemulti Exxon kein Vertrauen haben: Exxon sage nur, was es sagen müsse.
In Münster, auf der Sondersitzung des Regionalrates, hat das Unternehmen nun mehr Offenheit versprochen. Regierungspräsident Peter Paziorek versprach „keine Hauruck-Entscheidungen“.
Exxon hält eine Überarbeitung der bestehenden Gesetze nicht für notwendig, man habe Jahrzehnte lange Erfahrung. Zunächst gehe es im Münsterland (Nordwalde, Borken, Drensteinfurt) darum, Daten aus dem Untergrund zu ermitteln.
Die bei den Bohrungen verwendeten Chemikalien sollen komplett offengelegt werden. Ob das Fracking-Verfahren angewendet werde, sei noch offen. Die Zusatzstoffe seien nur „schwach wassergefährdend“. Ein Arbeitskreis soll die Erdgasbohrungen wissenschaftlich begleiten.

