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Aus Friedhofskapelle wird Gedenkstätte

Marl (om). „Wir alle freuen uns, dass es jetzt richtig losgeht“ – man sieht dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Hubert Schulte-Kemper, die Begeisterung an, als er den Startschuss für die Sanierung der alten Kapelle auf dem Brasserter Friedhof gibt. „Die Pläne des Architekten haben uns rundum überzeugt. Die Friedhofskapelle wird jeder von außen wieder erkennen. Innen jedoch bietet sie einige Überraschungen“, schwärmt auch die Geschäftsführerin Anneliese Scheffler von der Umgestaltung.

„Die neue Kapelle schließt an die Tradition des ehemaligen Friedhofs an, ist ein Ort des Gedenkens –aber auch der Begegnung. Hier soll einmal Raum sein für Konzerte, Ausstellungen und Kongresse“, definiert Schulte-Kemper die spätere Nutzung des Gebäudes. Er weist zu den Gräbern der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen, die auf einem separaten Feld ihre letzt Ruhe gefunden haben. „Fast 70 Jahre nach dem Ende des Krieges wird es ein Ensemble geben, das eine Klammer bildet zwischen der Vergangenheit und der Zukunft Europas: dort ruhen die Menschen, denen es nicht vergönnt war, in Freiheit und Frieden miteinander zu leben.“ Er könne sich keinen besseren Ort für diesen Zweck vorstellen.

In seiner Begrüßung erinnerte der Vorsitzende des Heimatvereins an die Besuche von Michael Gorbatschow (2003), Helmut Kohl (2004) und Gyula Horn (2005), die an den Gräbern der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen gesprochen und Kränze niedergelegt hatten: „Diese Besuche haben mich tief bewegt und waren auch der Ansporn, mich für den Erhalt der Friedhofskapelle stark zu machen,“ so Schulte-Kemper.

Die Helfer stehen in den Starlöchern

Doch bevor das Gebäude saniert und benutzt werden kann, sind noch einige Steine aus dem Weg zu räumen. Das darf man ruhig wörtlich nehmen. „Wenn der Bewuchs am Gebäude und auf dem Gelände entfernt ist, nehmen wir uns das Innere vor“, sieht Architekt Ralf Baumgärtner schon die Helfer bei der Arbeit. Dass die Baustelle sehr bald eingerichtet ist, bezweifelt auch die Geschäftsführerin Anneliese Scheffler nicht: „Wir haben eine Reihe von Helfern, die sich darüber freuen, dass die Zeit des Wartens nun vorbei ist.“

Vor gut vier Jahren wurden die Weichen für den Erhalt des Gebäudes gestellt: der Heimatverein beantragte Fördergelder vom Land, setzte sich dafür ein, dass die Stadt ihm das Gelände in Erbpacht überließ und warb um die Mithilfe bei Vereinen, Firmen und Verbänden. „Die beantragten Mitte wurden bewilligt, wir sind Erbpachtnehmer geworden, die Pläne für den Umbau liegen vor“, fasst Scheffler kurz und knapp den Stand der Dinge zusammen.

Doch jetzt gilt es, die einzelnen Arbeitsschritte und Gewerke zu koordinieren. Keine leichte Aufgabe, die sich Udo Ehrke vom Heimatverein vorgenommen hat. „Wenn wir Baustrom haben, können wir Maschinen einsetzen und mit der Beseitigung des Schutts beginnen.“ Hierbei ist jede Menge Muskelarbeit gefragt. Die Kleingärtner, so der Bezirksvorsitzende Horst Zachau, haben schon einmal 100 Arbeitsstunden zugesagt.

Hinzu kommen weitere „Hand-und Spanndienste“ von Vereinen und Leistungsversprechen von Firmen und Organisationen. Udo Ehrke wird in den kommenden Monaten alle Hände voll zu tun haben, die einzelnen Gruppen und Gewerke aufeinander abzustimmen. Wer noch helfen will, meldet sich bei ihm unter Tel. 515691 oder uehrke@t-online.de.

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