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Dorstener tötet Ehefrau mit drei Schüssen

Dorsten. Vor dem Bochumer Landgericht hat der Prozess gegen einen 57-jährigen Dorstener begonnen. Er soll seine scheidungswillige 29-jährige Ehefrau mit drei Schüssen in Rücken, Hals und Schläfe auf offener Straße in Herne umgebracht haben.

Die Anklage lautet auf Mord, weil der bis dahin unbescholtene Angeklagte seine Frau „mit Heimtücke“ niedergeschossen habe, wie es in der Anklage heißt: Aus Wut und Verärgerung darüber, dass seine Frau in wenigen Tagen ausziehen und sich scheiden lassen wollte. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe

Die Ehefrau hatte sich bereits eine neue Wohnung in Herne besorgt, weil die Ehe zerrüttet war. Am 29. September des vergangenen Jahres trat sie um 10.30 Uhr gemeinsam mit ihrem Bruder aus dessen Haus in Herne-Baukau. Ohne Vorwarnung schoss der Dorstener auf sie. Mit einer Deko-Waffe, die er vor 14 Jahren erworben und später in einen schussfähigen Zustand gebracht hatte. Seine schwer verletzte Frau wurde in ein Bochumer Krankenhaus gebraucht, wo sie starb. Der Dorstener (er hatte ein kleines Einzelhandelsgeschäft betrieben, war dann aber ohne Arbeit) flüchtete und war zunächst stundenlang mit einem Pkw unterwegs. Gegen 22 Uhr wurde er auf der Raststätte Münsterland-Ost an der A 1 gefasst.

Die beiden sechsjährigen Zwillinge waren am Tattag bei einer Freundin der Mutter gewesen. Das Jugendamt ist jetzt ihr Vormund.

Am ersten Verhandlungstag gab der 57-jährige Täter zu: „Ich habe meine Frau getötet“. Aber es sei kein Mord gewesen, er habe im Affekt gehandelt.

Der Prozess wird am 14. April fortgesetzt. Das Gericht riet dem Angeklagten, vertrauensvoll mit dem ihm zugewiesenen Pflichtverteidiger zusammen zu arbeiten. Einen Wechsel zum Wunsch-Verteidiger (den Marler Rechtsanwalt Hans Reinhardt) hatte des Oberlandesgericht Hamm abgelehnt.

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