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Schluss mit Wartezimmer-Stress

KI soll Ärzte von Routinefällen befreien! Jurist fordert digitale Revolution

Um die telefonische Krankschreibung ist eine heftige Diskussion entbrannt. AOK-Chefin Carola Reimann hat sich aktuell klar gegen die Abschaffung ausgesprochen und verweist auf Infektionsschutz und Entlastung der Praxen. Für Dr. jur. Can Ansay, Pionier für Telemedizin und Digital Health, geht die Debatte noch nicht weit genug. Lesen Sie seine Meinung:

„Wenn selbst die Krankenkassen sagen, dass wir Menschen mit unkomplizierten Infekten nicht zurück ins Wartezimmer schicken sollten, ist die Sache eigentlich klar. Die eigentliche Frage ist: Warum bauen wir digitale Versorgung nicht endlich konsequent mit KI weiter aus?“

Ansay fordert, standardisierbare Fälle digital vorzusortieren und Arztkontakte gezielter einzusetzen: KI ersetzt keinen Arzt. Sie kann aber verhindern, dass wir die knappste Ressource unseres Gesundheitssystems für Routinefälle verschwenden.

Das Potenzial sei laut Ansay erheblich: „In Deutschland gibt es jährlich rund eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte. Würde nur ein Prozent davon sinnvoll digital gelöst, könnten rechnerisch rund 1,27 Millionen Stunden Arztzeit pro Jahr frei werden.“

Auch die Debatte um Missbrauch hält Dr. Ansay für überzogen: Telefonische Krankschreibungen machen laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung lediglich 0,8 bis 1,2 Prozent aller AU-Bescheinigungen aus. Einen maßgeblichen Zusammenhang mit dem Anstieg der Krankenstände sieht sein Institut nicht.

Dr. jur. Ansay: „Deutschland diskutiert über ein Prozent der Krankschreibungen, während Praxen unter Ärztemangel und Bürokratie ächzen. Das ist kein Zukunftskonzept. Deutschland braucht weniger unnötige Arztkontakte und mehr intelligente Patientensteuerung.“

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