Negativ-Entscheidung in Herten gab den Ausschlag. Bürgermeister enttäuscht

Bild: Bürgermeister Axel Tschersich bedauert, dass Recklinghausen in der Bewerbung für Olympia und die Paralympics keine Rolle mehr spielt. Archivfoto: Marcel Kusch
Recklinghausen. In einer offiziellen Pressemitteilung hat die für die Olympia-Bewerbung der Region KölnRheinRuhr zuständige Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen heute (5. Juni) erklärt, dass die Stadt Recklinghausen zukünftig nicht mehr Teil der Bewerbung sein wird. Die Staatskanzlei begründet diese Entscheidung mit der leider erforderlichen Kopplung des Recklinghäuser Entscheids mit dem Hertener Entscheid.
Die Mountainbikewettbewerbe sollen nun auf dem Brammen.Trail in Essen stattfinden. Dieser führt auf rund sechs Kilometern über die Schurenbachhalde mit ihrer Landmarke „Bramme für das Ruhrgebiet“ und über die benachbarte Halde Eickwinkel. 2021 hatte der Regionalverband Ruhr (RVR) den naturnahen Mountainbike-Rundkurs in der Haldenlandschaft Schurenbach eingeweiht.
Zum Hintergrund: Recklinghausen hatte beim Ratsbürgerentscheid am 19. April mit klarer Mehrheit „Ja“ gesagt zu Olympia. 72,85 Prozent hatten für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 in der Region KölnRheinRuhr gestimmt.
Kreisstadt wollte Aufgabe alleine stemmen
Beim Olympia-Ratsbürgerentscheid in Herten wurde das erforderliche Quorum am 19. April allerdings nicht erreicht. In der Nachbarstadt hatten zu wenige Menschen abgestimmt. Die Stadt Herten hatte als einzige Stadt ein anderes Verfahren gewählt, Die Bürger mussten die Abstimmungsunterlagen anfordern.
Doch auch ohne die Nachbarstadt wollte sich Recklinghausen die Chance erhalten, Austragungsort olympischer Mountainbike-Wettbewerbe auf der Halde Hoheward zu werden. „Das Recklinghäuser Ergebnis war für uns der klare Auftrag, die gemeinsame Olympiabewerbung der Region weiter zu unterstützen“, so Recklinghausens Bürgermeister Axel Tschersich.
Somit wurden in den vergangenen Wochen Gespräche mit der zuständigen Staatssekretärin sowie mit Verantwortlichen des Regionalverbandes Ruhr, dem Eigentümer der Halde Hoheward, geführt und es wurde geprüft, wie das weitere Verfahren gestaltet werden könnte.
Region könnte trotzdem profitieren
Axel Tschersich: „Leider waren unsere Bemühungen am Ende erfolglos. Mir tut es vor allem für die vielen Bürgerinnen und Bürger insbesondere aus dem Sportbereich leid, die sich aufgrund ihres Abstimmungsverhaltens für die Bewerbung ausgesprochen hatten. Ich bedaure die Entscheidung, muss sie aber letztlich akzeptieren, da es sich nun einmal um eine gemeinsame Bewerbung zweier Städte gehandelt hat. Es ist im Rückblick einfach schade, dass es in Herten nicht gelungen ist, mit einer solchen Einigkeit im Rat wie in Recklinghausen in die Abstimmung zu gehen. Es hat sich bei uns gelohnt, den Prozess von Anfang an offen zu gestalten, ihn vor allem als Bürgermeister zwischen den Fraktionen zu moderieren und die Hinweise zum Abstimmungsverfahren umzusetzen“, erklärte Tschersich
„Dennoch hoffe ich, dass unsere Region nun den Zuschlag bekommt und KölnRheinRuhr zeigen kann, was wir können. Davon wird Recklinghausen auch profitieren, sei es evtl. als Trainingsstätte in Vorbereitung auf die Wettbewerbe, durch Touristen in unsere Hotels oder z. B. Jugendcamps am Rande der Spiele“, ergänzte der Bürgermeister.

