Werbe hier
Veröffentlicht in

Für Paul Adamietz ist die Orgel mehr als ein Hobby

17-Jähriger aus Herten absolviert C-Kurs für Kirchenmusik

Bild: Paul Adamietz begleitet zahlreiche Gottesdienste an der Orgel in der Liebfrauen-Kirche. Er nimmt an der zweijährigen Ausbildung zum C-Kirchenmusiker des Bistums Münster teil. Foto: Michaela Kiepe

Recklinghausen/Herten. Wenn Paul Adamietz auf der Orgelbank Platz nimmt, fühlt er sich manchmal wie ein Dirigent vor einem großen Orchester. Dabei sitzt der 17-jährige Schüler allein an Tasten und Pedalen. Doch die Vielfalt des Instruments begeistert ihn immer wieder aufs Neue. „Die Orgel bietet so viele klangliche Möglichkeiten. Durch die unterschiedlichen Register reicht die Spannbreite von leisen Tönen bis hin zu satten Orchesterklängen. Das liebe ich auch, wenn ich improvisiere“, sagt er.

Seit knapp einem Jahr spielt der Hertener nebenberuflich die Orgel in der Liebfrauen-Kirche in Recklinghausen. Mit ihren 56 Registern beherbergt sie die zweitgrößte Orgel der Stadt nach der Pauluskirche und vor der Propsteikirche St. Peter. Für den jungen Musiker ist sie der ideale Ort, sein Können weiterzuentwickeln.

Zur Orgel kam Adamietz eher zufällig. Während der Schulgottesdienste an der bischöflichen Maristenschule in Recklinghausen beobachtete er die Organisten. „Ich habe mir angeschaut, wie sie spielen. Das hat mich begeistert“, erinnert er sich. Sein damaliger Musiklehrer Rainer Kowanda erkannte früh sein Talent und ermutigte ihn, Unterricht zu nehmen.

Am Anfang stand ein „Schnupperunterricht“

Obwohl er nicht aus einer musikalischen Familie stammt, ließ ihn die Faszination für das Instrument nicht mehr los. Er informierte sich über Unterrichtsmöglichkeiten und fand schließlich zu Thorsten Maus, Regionalkantor an St. Peter in Recklinghausen. Dort begann seine musikalische Ausbildung. Nach einem zweijährigen „Schnupperunterricht“ über das Bistum Münster nimmt er seit Herbst 2025 inzwischen am C-Kurs für nebenberufliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker teil.

Besonders in den Ferienzeiten ist er in der Gemeinde gefragt. Dann übernimmt er zahlreiche Dienste. Adamietz: „Für die Begleitung des Gemeindegesangs, muss man ein Gespür entwickeln. Das ist nicht so einfach.“ Hinter jedem Gottesdienst stecke zudem eine sorgfältige Vorbereitung. Adamietz beschäftigt sich mit den Lesungen des Sonntags und stellt passende Lieder zusammen. Seinen Liedplan stimmt er anschließend mit dem Seelsorgeteam ab. „Das ist besonders wichtig für den Gottesdienst am Samstagabend in St. Petrus Canisius, der live gestreamt wird“, informiert er.

Erst mal das Abitur machen

Nach den Sommerferien geht es für ihn in der zwölften Klasse am Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg auf dem Weg zum Abitur weiter. Wie sein beruflicher Weg später aussehen wird, ist noch offen. Ein Studium der Kirchenmusik kann er sich ebenso vorstellen wie ein Lehramtsstudium. Sicher ist für ihn jedoch schon heute, welchen Stellenwert die Musik in seinem Leben hat: Sie erfüllt ihn, fordert ihn heraus und eröffnet ihm immer wieder neue Möglichkeiten.

Information:

Die Aufnahmeprüfung für den nächsten C-Kurs findet am Donnerstag, 17. September, in Münster statt. Bewerbungen sind bis zum 1. September möglich. Ausbildungsbeginn ist in der ersten Novemberwoche. Weitere Informationen gibt es im Referat Kirchenmusik des Bistums Münster unter Tel. 0251/495 569 oder unter der E-Mail-Adresse kirchenmusik@bistum-muenster.de. Dort können sich Interessierte auch anmelden.

Werbe hier