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Eine Museumskette für Marl

Marl. Der Heimatverein hat im letzten Jahr wieder Großes geleistet und hat auch in den nächsten Jahren viel Großes in der Planung. Wenn alles klappt, wird der Verein Gebäudeteile der stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Hüls (1/2) übernehmen und sie ihrer „Museumskette“ einverleiben.

Die Mitgliederzahl von 800 alleine sagt noch nicht viel aus. Aber wenn der Pressespiegel 300 Seiten stark ist, dann muss schon so manchen passiert sein. 200 Veranstaltungen wurden auf die Beine gestellt, 15.000 Besucher gezählt. „Daran sieht man, wie fleißig und engagiert die Mitglieder sind“, sagt der Vorsitzende Hubert Schulte-Kemper nicht ohne Stolz.

Besonderes Thema des letzten Jahres war der Weierbach, der vom Süden (Stadtgrenze zu Herten) bis in den Norden (Lippe) Marl durchschlängelt. In Alt-Marl wird seine ökologische und historische Bedeutung herausgestellt.

Die „Mauerspechte“ (die bereits die marode Friedhofskapelle in Brassert zum Europäischen Friedenshaus umgebaut haben), fanden hier ein neues Betätigungsfeld und ergänzten die Obstbaumallee um 14 neue Bäume. In diesem Jahr soll die Wiese mit 100 unterschiedlichen Obstbäumen zu einem „Obstbaummuseum“ werden mit Infotafeln, Bänken und Bürger-Spenden. Im Februar soll es losgehen, wenn die Zustimmung der Bauverwaltung vorliegt.

Dieses Obstbaummuseum ist ein weiterer Punkt in der „Museumskette“, die der Heimatverein durch Marl zieht. Es gibt bereits die Wassermühle in Alt-Marl (wo es um die bäuerlichen Ursprünge von Marl geht) und die Windmühle. Am Erzschacht in Drewer wird Bergbau-Geschichte gezeigt, das Europäische Friedenshaus soll künftig die Marler Geschichte von 1930 bis 1950 zeigen. Alle werden zusammengefasst unter „Heimatmuseum Marl“, im ersten Quartal 2013 werde es dazu einen Festakt geben, kündigte Schulte-Kemper an.

Als nächstes sollen die stehengebliebenen Teile von AV 1/2 in Hüls in die Museumslandschaft eingefügt werden. Die Fördertürme stehen bereits unter Denkmalschutz. Die Maschinenhallen sollen für ein „Industriemuseum“ genutzt werden, plant Schulte-Kemper. Er habe sich bereits den Zugriff auf diesen Komplex gesichert.

Alles ohne Zuschuss der Stadt, betont der Vorsitzende des Heimatvereins, aber nicht ohne die vereinbarte Kostenerstattung. Denn ohne Geld kommt der „Konzern“ Heimatverein nicht aus. Deshalb wirbt Schulte-Kemper dafür, dass in den Gebäuden viele Veranstaltungen, Konzerte und Familienfeiern stattfinden. Alles zu einem kleinen Preis, wie er betont.

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