Kleine Familie und ein gutes Team seit einem Dreivierteljahr: Daniel (20), Laura (18) und Sebastian (8 Monate).Oer-Erkenschwick (art). „Ihre Freundin kriegt ein Kind“ -„Schön, dann können wir ja bald nach Babysachen gucken“ -„Nein, nein. Wir schieben sie jetzt in den Kreissaal“.Nein: Das ist kein Dialog aus einer Kino-Komödie. Dies ist die Geschichte von Laura und Daniel. Und Sebastian. Es ist Sommer in Oer-Erkenschwick, 2010. Laura, 17 Jahre alt, freut sich über die großen Ferien. Das Wochenende will sie mit Freund Daniel verbringen, der 20-Jährige hat an diesem Wochenende frei. Mitten in der Nacht wird Laura plötzlich von starken Rückenschmerzen geplagt. Daniel macht kein Auge zu, textet früh am Morgen an seinen Bruder: „Laura benimmt sich so komisch. Man könnte glauben, sie ist schwanger…“Samstag, zehn Uhr: Laura wird im Krankenhaus durch mehrere Stationen geschoben. Um elf ist klar: die beiden werden Eltern. Zwanzig Minuten Später erblickt Sebastian mit strahlend blauen Augen das Licht der Welt. „Die Geschichte klingt ziemlich witzig“, findet Laura heute, acht Monate später. Was geht einem durch den Kopf, wenn man plötzlich sein Kind auf dem Arm hält? Daniel: „Nicht viel. Ich dachte nur: Wow, hat der große Füße!“. Mama, Papa, Verwandte und Freunde reagierten damals geschockt -„und Laura war fix und alle.“ Und doch sah man die jungen Eltern schon bald wieder Lächeln. „Klar: Ich war ja stolz wie Oskar!“, sagt Daniel. Nach einem Dreivierteljahr hat sich die Situation eingespielt. Laura geht wieder zur Schule und macht ihr Abi. Und Daniel kommt jeden Abend nach der Arbeit vorbei und verbringt Zeit mit seiner Familie. Zwischendurch kümmern sich oft die Mütter der beiden. Noch wohnen Laura und Sebastian im Elternhaus. Daniel: „Aber das wird sich irgendwann ändern.“Gab’s Schwierigkeiten bei der Babypflege? Laura: „Kaum. Als Mutter kann man das halt irgendwie. Und Daniel kommt ja sowieso aus einer Großfamilie.“ Nur die Augenränder und der Muskelkater – das sei lästig. Daniel: „Das Wichtigste ist aber, dass man selbstständig wird, wenn man ein Kind bekommt.“ Und dann erzählt er, wie Gott und die Welt ihnen reingequatscht haben. „Jetzt“, sagt er – und beide sind sich einig: „machen wir drei unser eigenes Ding!“INFO: Daniel sucht nach einer Lehrstelle. Er sieht sich im Verkauf, oder im Handwerk, bringt Ausdauer, Begeisterungsfähigkeit und einen Hauptschulabschluss mit. Kontakt über verlag@sonntagsblatt-im-vest.de

